Braucht es einen Chief Digital Officer? JAIN!

Zu dem Thema ist der Blogbeitrag des bevh „Brauchen Distanzhandels-Unternehmen einen Chief Digital Officer?“ schon zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen:  Ja und der CDO „sollte [..] mindestens Mitglied der Geschäftsführung oder des Vorstands sein. Denn nur so, verfügt er über die erforderliche Handlungsfähigkeit.“

Obwohl, oder gerade weil im dortigen Beitrag einige Gedanken von mir drin stecken, möchte ich hier nochmals pointieren:

NEIN, es braucht keinen CDO. Digitalisierung ist C-Sache, also auf der C-Ebene angesiedelt oder einfach Chefsache. Der Anstoß, die Führung, auch das Budget muss vom CEO kommen und die anderen CxOs sind an dem Thema maßgeblich beteiligt. Die Digitalisierung betrifft jeden Bereich im Unternehmen, überall wird es Veränderungen geben, die Organisation verändert sich und in der Folge auch die Unternehmenskultur. Solche tiefgreifenden Veränderungen können nur vom CEO kommen, also ist die Digitalisierung sein Thema – Es braucht deshalb keinen CDO.

JA, es braucht einen CDO, nämlich dann, wenn der CEO die Digitalisierung nicht vorantreiben kann – und die Gründe dafür sind erst mal egal. Dann kann der CDO im Auftrag des CEO handeln und die Digitalisierungsthemen vorantreiben. Ein CDO kann all sein Wissen und -ganz wichtig- sein Fingerspitzengefühl einbringen. Aber das muss er nur so lange tun, bis es ein Selbstläufer wird und die C-Ebene die Digitalisierung als Führungsaufgabe übernimmt. Wichtige Voraussetzung dabei: Der CEO muss es wirklich wollen, er muss verstanden haben, dass diese -teilweise radikalen—Veränderungen jetzt notwendig sind.

Und zur Klarstellung, weil ich so viel von „Führung“ geschrieben habe: Die Digitalisierung macht nicht der CEO oder der CDO. Das ist ja einer der wesentlichen Unterschiede zu „gestern“: Open Source, Sharing Economy, Wissen teilen, Vernetzung, offene Diskussion innerhalb der Company betrifft alle. An der Transformation des Unternehmens sind alle Mitarbeiter beteiligt. Alle bringen ihr Können und Wissen mit ein und sind Teil der Arbeit im Aufbruch zur neuen Unternehmenskultur.

Und btw. wenn ein Unternehmen nicht das Knowhow dazu hat, dann holt es sich am besten -wie in anderen Fällen auch- Knowhow von außen rein. Nicht als Beratung, da fehlt die Nachhaltigkeit, sondern als Interim-CDO, denn Interimmanager wollen umsetzen, nicht analysieren und beraten. Und wie oben dargestellt, ist die CDO-Aufgabe irgendwann erledigt und ja nur eine Aufgabe auf Zeit.

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