solutions.hamburg: „Digitalisierung ist Mannschaftssport“

Unter diesem Motto fand die diesjährige solutions.hamburg Konferenz statt (Twitter: #shh16)
Ist es das?
Diese Frage habe ich mir eingangs gestellt. Was steckt den alles drin in „Digitalisierung“? Was bedeutet denn „Mannschaftssport“?
Wir nutzen die Begriffe so leicht (und leichtgläubig), nicken dann bedächtig und sagen „JA“. Doch besser ist erst mal das kritische „Nein“, denn das fördert das Denken.

Um es vorwegzunehmen: Die erste Frage wurde nicht beantwortet. Jeder sprach von der Digitalisierung, der digitalen Transformation, aber man redete oft aneinander vorbei, weil der Begriff nachwievor nicht klar ist. (Und ich bin auch Teil davon, aber das wird sich noch ändern – stay tuned in diesem Blog).
Der erkennbar kleinste gemeinsame Nenner war, dass die Wirtschaft sich in einem großen Wandel befindet, der (auch) ausgelöst ist, durch die ubiquitäre Verfügbarkeit von Digitalgeräten und damit von (verarbeiteten) Informationen. Allerdings gab es durchweg einen zweiten Aspekt: Die Zusammenarbeit in den Unternehmen ändert sich. Mehr Kooperation, weniger Konfrontation, mehr Zusammenspiel, weniger Hierarchie, mehr Führung, weniger Management, mehr Bottom-Up, weniger Top-Down. Insgesamt ein radikaler Kulturwandel. Nur das warum, wurde nicht beleuchtet. Ist auch erst mal (fast) egal, denn es findet statt und ist beobachtbar.

Die zweite Frage bzgl. des Mannschaftssports wurde gleich in der morgendlichen Keynote von Heiner Brand (Handballtrainer, Weltmeister) geklärt. Definitiv einer der besten Vorträge der Konferenz.
Mannschaftssport ist das gemeinsame Arbeiten auf ein Ziel. Der gemeinsame Wille muss da sein, das gibt Motivation für den einzelnen und die Gruppe. Die Gruppe ist wichtig, sie muss zusammenstehen, zusammen ackern, aber auch zusammen Spaß haben. Da darf es Konflikte geben, so lange sie fair ausgetragen werden.
Und ganz wichtig: analysieren, analysieren, analysieren. Nach hinten schauen, um nach vorne -wiederum gemeinsam- besser zu werden (= klassische Retrospektive, bekannt in der agilen Welt).
Aber so sehr die Mannschaft ein Kollektiv ist, es sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Stärken. Alle werden gebraucht, alle werden mitgenommen. Und das Kollektiv benötigt keinen „Manager“; allerdings Führung.
Doch, wer ist bzw. hat „die Führung“? Das wechselt, innerhalb der Mannschaft.
Und es dann gibt einen, der Führung und Halt gibt: der Trainer – oder neudeutsch: Coach.
Der Trainer kann allerdings keine Ziele vorgeben, die setzt sich die Mannschaft selbst. Der Trainer kann aber Ziele -ich sage mal- „schmackhaft“ machen. Also extern motivierend wirken, dass die Selbstmotivation funktionieren kann, insbes. dass die Mannschaft die selben Motivatoren hat. Zur Zielerreichung selbst kann der Trainer nur wenig beitragen – die Mannschaft steht auf dem Platz.

Und dass zog sich dann wie ein roter Faden durch die Konferenz: Zusammenarbeit in Unternehmen ist Mannschaftssport (bzw. soll sein).
Damit war die zweite Hälfte des Konferenzmottos geklärt.

Wenn nun „Digitalisierung“, also die großen Veränderungen in der Wirtschaft, als gemeinsames Ziel, als gemeinsame Unternehmung im Unternehmen, gesehen wird, dann ist diese nur als Mannschaftssport zu erreichen.

Also doch: Digitalisierung ist Mannschaftssport.

 

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